Sachverhalt Ein Wissenschaftshistoriker postulierte im NZZ-Folio vom Juli 2000, dass die Formulierung der Geschlechterunterschiede seit dem Altertum weniger vom Wissensstand als von soziokulturellen Faktoren abhänge. Eine Philosophiestudentin zieh Laqueur der Unwahrheit. Der Artikel zitiere Clichés, ohne sie zu falsifizieren, und übersehe die neuere Genderforschung. Damit habe er auch Tatsachen entstellt. Feststellungen Es ist nicht Aufgabe des Presserates, heikle wissens- und gesellschaftspolitische Kontroversen nach dem Wahrheitskriterium zu bearbeiten. Zudem kann an die «Wissenschaftlichkeit» aktueller Medien nicht ein allzuhoher Anspruch gestellt werden. Der berufsethische Kodex verlangt keine «objektive Berichterstattung», sondern lässt erkennbar einseitige und fragmentarische Standpunkte zu.
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