| Kur- und Verkehrsverein Zermatt (4/95) | Sachverhalt
Im November 1994 erhielt der Presserat davon Kenntnis, dass in den Computern des Kur- und Verkehrsvereins von Zermatt damals rund 4500 Journalistinnen und Journalisten aus aller Welt registriert waren. Laut Kurdirektor Amadé Perrig standen dem Kur- und Verkehrsverein Zermatt zu diesem Zeitpunkt jährlich Fr. 75'000.-- für die Betreuung der Medien zur Verfügung. Die Beiträge an Medienschaffende richtete sich nach der Bedeutung der einzelnen Medienschaffenden und des Mediums, für welche sie tätig waren. Die Betreuung reichte von der einfachen Unterstützung bei der Beschaffung von Informationen bis hin zur Übernahme fast aller Kosten, die den Journalisten in Zermatt anfielen. Weiter wurde auch die Berichterstattung überprüft, in die Datensammlung aufgenommen und benotet. Die Benotung war entscheidend dafür, ob Medienschaffende in Zukunft weiterhin oder nicht mehr betreut wurden.
Feststellungen
Die Gewährung von Vergünstigungen, die Einladung zu Pressekonferenzen, die Abgabe von Presseunterlagen sowie die Erteilung von Auskünften dürfen nicht von einer positiven Berichterstattung abhängig gemacht werden. Medienschaffenden, denen solche Praktiken bekannt werden, sollten an die Berufsverbände gelangen und sich gemeinsam mit diesen wehren.
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